Wie viele Menschen fahren in unserer Kommune eigentlich Rad – und vor allem: wo? Für viele Städte und Landkreise ist das bis heute eine Frage, die mit Schätzungen statt mit Daten beantwortet wird. Die Kampagne STADTRADELN liefert einmal im Jahr belastbare Antworten. An der Technik dahinter sind wir seit 2018 beteiligt.
STADTRADELN macht Radverkehr sichtbar – und messbar
Beim STADTRADELN, einer Kampagne von Klima-Bündnis Services, sammeln Bürgerinnen und Bürger 21 Tage lang Radkilometer für ihre Kommune. 2025 waren mehr als 3.000 Kommunen und Landkreise dabei. Zwei Ziele stehen im Vordergrund: sichtbar zu machen, wie viele Emissionen sich durch Radverkehr einsparen lassen, und das Rad als gesunde Form der Alltagsmobilität zu fördern.
Für Kommunen kommt ein dritter, planerisch entscheidender Aspekt hinzu. Sie erhalten einen Überblick darüber, wo und wie viel Radverkehr in ihren Grenzen stattfindet. Anders als eine feste Zählstelle, die einen einzelnen Querschnitt erfasst, entsteht dabei ein flächendeckendes Bild der tatsächlich gefahrenen Routen. Damit lässt sich der Effekt bereits umgesetzter Radverkehrsmaßnahmen bewerten – und die nächste Maßnahme datenbasiert planen statt nach Gefühl.
Wie aussagekräftig das ist, zeigt unser eigener Standort. In Dresden haben 2025 über 9.400 Menschen 1.917.165 Kilometer erradelt – ein Rekord. 2022 waren es noch rund 6.900 Teilnehmende und dieses Jahr werden im Zeitraum vom 07.09. bis 27.09. noch mehr erwartet.
Seit 2018: Cyface-Technologie in der Datenerfassung
Die Software der Cyface GmbH bildet seit 2018 einen zentralen Baustein der Datensammlung beim STADTRADELN. Wir kümmern uns um die Erfassung der Fahrten auf dem Smartphone und um ihre sichere Ablage.
Unsere Smartphone-SDKs für Android und iOS haben wir dafür in den vergangenen Jahren umfangreich geprüft und weiterentwickelt. Das Ergebnis: Sie zeichnen auch auf sehr großen, heterogenen Gerätebeständen zuverlässig Daten auf und übertragen sie an unsere Server – über unterschiedlichste Hardware, Betriebssystemversionen und Energiespar-Mechanismen hinweg. Gerade Letzteres ist in der Praxis der häufigste Grund für Lücken in Aufzeichnungen und entsprechend ein Schwerpunkt unserer Arbeit.
Die eigentliche Herausforderung: Kapazitäten richtig schätzen
Technisch anspruchsvoll ist an einer solchen Installation weniger die einzelne Aufzeichnung als die Summe. Jede Kommune wählt ihre 21 Tage zwischen Mai und September selbst. Das erzeugt eine Last, die sich über die Saison hinweg stark verschiebt – mit Spitzen zu jedem Kampagnenstart, an schönen Wochenenden und in den Abendstunden, wenn viele Geräte gleichzeitig ihre Fahrten übertragen.
Die schwierigste Frage ist für uns jedes Jahr dieselbe: Wie viel Serverkapazität brauchen wir? Schätzen wir zu hoch, wird der Betrieb unnötig teuer. Schätzen wir zu niedrig, bekommen wir mitten in der Kampagne Probleme. Genau dazwischen liegt unsere Arbeit.
Deshalb haben wir unsere Cloud-Infrastruktur in großem Maße redundant ausgerollt und mit umfangreichen Überwachungsmaßnahmen ausgestattet. Die Messdaten aus jeder Saison fließen wiederum in die Planung der nächsten ein.
Datenschutz und Datensicherheit im großen Maßstab
Bei einer Installation dieser Größe sind Datenschutz und Datensicherheit alles andere als trivial. Wir legen die Daten DSGVO-konform ab und unterstützen Klima-Bündnis Services als Betreiber des STADTRADELN dabei, die rechtlichen Voraussetzungen einer so umfangreichen Datensammlung einzuhalten.
Für Kommunen ist das mehr als eine Formalie: Radverkehrsdaten sind Bewegungsdaten, und ohne saubere Anonymisierung und ein tragfähiges Datenschutzkonzept ist eine flächendeckende Erhebung schlicht nicht zulässig.
Was aus den Rohdaten wird
Beim STADTRADELN geben wir die aufbereiteten Daten an das Auswertungswerkzeug BIKE MONITOR weiter. Solche Schnittstellen zu externen Werkzeugen haben wir schon oft realisiert.

Denn welche Auswertung am Ende sinnvoll ist, hängt von der Frage ab: Wo verlagert sich Verkehr nach einem Umbau? Welche Abschnitte werden gemieden? Wie verändert sich das Bild zwischen zwei Kampagnen? In Projekten außerhalb des STADTRADELN übernehmen wir deshalb auch die Auswertung und liefern Ergebnisse in den Formaten, in denen sie gebraucht werden – bis hin zum Shapefile für Ihr GIS.
STADTRADELN 2026 in Dresden: Start am 7. September
An unserem Firmensitz Dresden geht es am 7. September los. Bis zum 27. September zählt dann drei Wochen lang jeder Kilometer – zum 16. Mal in Folge. Wir können es kaum erwarten, mitzuzählen.
Radverkehrsdaten für Ihre Kommune
Sie möchten Radverkehrsdaten in Ihrer Kommune erheben und auswerten, unabhängig vom STADTRADELN? Wir beraten Sie gern – von der Erfassung per SDK oder White-Label-App über die DSGVO-konforme Ablage bis zur Auswertung nach Ihren Fragestellungen. Schreiben Sie uns an mail@cyface.de oder nutzen Sie unser Kontaktformular.